Montag, 18. Januar 2010

Richtung: Süden!

Langsam weicht der dreckig-graue Smog-Himmel Hanois dem natürlichen Grau der nordvietnamesischen Regensaison auf dem Weg nach Halong Bay.
Die Bucht mit den über zweitausend Inseln entfaltet aber gerade in diesem unwirklichen Ton in Ton von Himmel und Meer die ihrem Namen Rechnung tragende mystische Wirkung: landender Drache. Grotten, Höhlen und Affeninseln werden zwar von den organisierten Touren an den Reisenden förmlich vorbeigespult; rhytmisch, auf die Minute getimed (von Timing - schreibt man das so?).
Der Ausbruch aus dem Programm schafft dann doch die gewünschte Erfahrung. Am letzten Tag bricht die Sonne durch und drei Fotografen aus, um ein Boot zu chartern; schwimmende Dörfer im Morgengrauen...
Der Zug von Hanoi nach Da Nang braucht für die 600 km über 14h. Im Schlafwagon locker zu ertragen. Da Nang ist berühmt für seine Strände; irgendwie blöd, wenn es regnet... Beim Mittags-Snack dann der erste Vietnam-Veteran: 64 Jahre alt, nach eigener Aussage seit 26 Jahren in Vietnam, zugegebenermassen betrunken von vietnamesischen Vodka, im Auftrag der U.S. Regierung unterwegs ("They tell me what to do and I'll do it") und berufen dazu, die Völkeverständigung zu verbessern. Bemerkenswert sein Vietnamesisch-Englisches Wörterbuch. Abgenutzt wie die Bibel eines besessenen Katholiken und wortwörtlich JEDE Zeile mit handgeschriebenen Notizen versehen beeindruckt dieser unzeitgemäss große Schinken. Er klärt uns auf: das Wetter ist nun mal so zu dieser Jahreszeit und so verhält sich Nord-Vietnam zu Süd-Vietnam wie Deutschland zu Australien.
Wir denken an eine schnelle Weiterfahrt ins Mekong-Delta... Richtung: Sonne!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen