Dienstag, 21. Juni 2011

Mittwoch, 3. März 2010

Zurück im Sumpf!

Nach Da Nang kam kurz Saigon, dann Da Lat, dann Nha Trang, dann Buon Ma Thuot, dann viel südliches, zentrales Hochland, dann wieder Saigon, schliesslich noch Phnom Penh, Kampot, Sihanoukville und Angkor Wat in Kambodscha...
So steigerte sich die Frequenz der neuen Eindrücke auf ein Maß, das nicht mehr in Echtzeit zu verarbeiten war...
Zurück in Berlin erstmal in die Sumpfhöhle verkrochen - Ausgangssperre! Weder der Schnee noch die Kälte wurden vermisst. Geplatzte Rohre im vierten Stock. Offener Schuttboden im Badezimmer. Mit Mary J. den Übergang weichklopfen...
Und doch ist es die perfekte Jahreszeit für Optimisten; Frühlingsprognosen werden bald wieder von der Zeit überholt. Unaufhaltsam. Ich finds gut...

Dienstag, 19. Januar 2010

I'm lovin' it...

Da Nang, 8h. Der Kaffee schmeckt wie Wringmop. Egal, ne Pepsi. Im tropischen Regen aufm Roller nach Hoi An. Mit dem Mut der Verzweifelten. Uuuunglaublich nass. Aber authentisch. Irgendwie echt. Es sieht nicht nach Besserung aus... und dann; plötzlich bricht die Sonne durch. Versuche, die Touristen aus den Motiven zu vertreiben, scheitern kläglich.
Morgen noch mal hin, geschneiderte Klamotten abholen. Oder an den Strand; China Beach...


Montag, 18. Januar 2010

Richtung: Süden!

Langsam weicht der dreckig-graue Smog-Himmel Hanois dem natürlichen Grau der nordvietnamesischen Regensaison auf dem Weg nach Halong Bay.
Die Bucht mit den über zweitausend Inseln entfaltet aber gerade in diesem unwirklichen Ton in Ton von Himmel und Meer die ihrem Namen Rechnung tragende mystische Wirkung: landender Drache. Grotten, Höhlen und Affeninseln werden zwar von den organisierten Touren an den Reisenden förmlich vorbeigespult; rhytmisch, auf die Minute getimed (von Timing - schreibt man das so?).
Der Ausbruch aus dem Programm schafft dann doch die gewünschte Erfahrung. Am letzten Tag bricht die Sonne durch und drei Fotografen aus, um ein Boot zu chartern; schwimmende Dörfer im Morgengrauen...
Der Zug von Hanoi nach Da Nang braucht für die 600 km über 14h. Im Schlafwagon locker zu ertragen. Da Nang ist berühmt für seine Strände; irgendwie blöd, wenn es regnet... Beim Mittags-Snack dann der erste Vietnam-Veteran: 64 Jahre alt, nach eigener Aussage seit 26 Jahren in Vietnam, zugegebenermassen betrunken von vietnamesischen Vodka, im Auftrag der U.S. Regierung unterwegs ("They tell me what to do and I'll do it") und berufen dazu, die Völkeverständigung zu verbessern. Bemerkenswert sein Vietnamesisch-Englisches Wörterbuch. Abgenutzt wie die Bibel eines besessenen Katholiken und wortwörtlich JEDE Zeile mit handgeschriebenen Notizen versehen beeindruckt dieser unzeitgemäss große Schinken. Er klärt uns auf: das Wetter ist nun mal so zu dieser Jahreszeit und so verhält sich Nord-Vietnam zu Süd-Vietnam wie Deutschland zu Australien.
Wir denken an eine schnelle Weiterfahrt ins Mekong-Delta... Richtung: Sonne!

Mittwoch, 13. Januar 2010

Lost in Hanoi...

Der Titel trügt. Nach fast einer Woche in Hanoi fühlt man sich automatisch etwas zugehöriger. Aber erst seit dem Übernehmen der offensichtlichsten Eigenart dieser Stadt - der Fortbewegung auf einer 100er Wave, dem Standardmotorroller Hanois, ahnt man auch nur ansatzweise etwas vom Leben hier. Ohne etwas von meiner ersten Einschätzung zurückzunehmen, muß ich nun die Perspektive erweitern...

Rein ins Getümmel. Das Gehupe ist viel weniger Drängelei als eine Art Fledermaus-Sonarsystem, mit dem man den Abstand zu den anderen Millionen Verkehrsteilnehmern abschätzt. Alles ist Aktion und Reaktion. Wie in einem schnellem Computerspiel kann man sich in den Strassen von Hanoi den Adrenalin-Kick für 5$ am Tag holen.
Bemerkenswert: die Grazie der hübschen Vietnamesinnen, ausgestrahlt durch ihre Haltung auf dem Fahrzeug; mit geradem Rücken ganz vorn auf dem Sitz, Staub und Smog-Maske mit bunten Aufdrucken im Gesicht.

Schnell verläßt man die ausgetretenen Touristenpfade und lernt die Stadt im Unterschied zu den falschen Maßstäben der Stadtpläne kennen. Hier ähnelt Hanoi plötzlich Berlin: viel Fläche, viele Mikrokosmen... Während im Stadtzentrum noch versucht wird, dem Touristen für das Parken des Rollers etwas Geld abzunehmen, lernt man in den lokalen Garküchen nicht nur die Gastfreundlichkeit der vorwiegend sehr jungen Vietnamesen, als auch die ungeheure Vielfalt der vietnamesischen Küche kennen.

Nicht genug: raus aus Hanoi! Schon nach 1-2 Stunden in süd-westlicher Richtung tauchen die ersten Kreidefelsen auf. Wer sich im Chaos der Altstadt mit dem Roller sicher fühlt, der sollte mal den ultimativen Kick probieren: im Dunkeln vom Highway 6 in die Stadt zurück.
Die wahre Apocalypse Now - zwischen Konvois von LKWs mit ihren durchdringenden Fanfaren, im staubaufgewirbelten Gegenlicht auf Schlagloch-zersprengter Piste, konkurrierend mit Rollern und PKWs; wie ein post-atomarer Exodus ohne Anfang und ohne Ende. Keine Fehler-Toleranz! Keine Ehre, ohne ständig rechts und links zu überholen...

Einfacher aber ähnlich belohnend: nachts auf den Long Bien Markt - Früchte, Gemüse, Fisch und Fleisch wechseln hier in der Nacht kistenweise den Besitzer. Hier wird gearbeitet und gerannt und geschleppt, daß einem Europäer die Kinnlade herunterfällt. Zierliche Frauen balancieren mit Ihren Tragestöcken zentnerweise Waren; LKWs rollen herein und heraus, Roller, beladen mit 5 ganzen Schweinen bahnen sich Ihren Weg und dann der Blick in die Gesichter: stolz und fröhlich wird hier das Nachtwerk verrichtet! Unser Interesse wird hier zwar belächelt aber ist auch willkommen. Eine heisse Suppe um 3h morgens in einem Verschlag am hintersten Ende des Markts...

Dann wieder mal mondän. Malt-Whisky in einer Jazz-Bar am Hoan-Kiem-See. Auch hier keine Langnasen unterwegs. Kurz noch auf einen Drink in einen Hanoier Nachtclub. Wr müssen dringen Musik-Care-Pakete hier abwerfen... Zurück im Viertel herrscht in der Woche Ruhe.

Ein guter Tip. Wer reisen will, dem kann man empfehlen: Kauf dir den Lonely Planet und geh weder in die Restaurants noch in Bars, die hier empfohlen werden! Es sei denn, Du willst auf der ganzen Welt die gleichen Leute treffen.

Wenn wir nur Vietnamesisch sprechen könnten...

Samstag, 9. Januar 2010

Schlaflos in Hanoi

5:15h. Kaum zu glauben, daß wir erst anderthalb Tage in Hanoi sind. Diese mal beunruhigend geschäftige, mal angenehm quirlige Stadt der hupenden Motorroller.

Tagsüber blickt man in skeptische Gesichter; wird gewarnt, wenn man sich zu selbstsicher mit großer Kameraausrüstung durch unbekannte Viertel wagt. Am Abend dann die Neugier: was ist das für ein Tier auf der Kamera des Ausländers (der Windschutz meines Mikrofons)? Sieht lustig aus. Ja, natürlich kannst Du mich filmen!

Hanoi, die Hauptstadt Vietnams; 6,4 Mio Einwohner. Hin- und hergerissen zwischen verschlepptem Realsozialismus und der asiatischen Interpretation westlichen Lebensstils. Die Bars schliessen um Mitternacht. Polizisten mit Schlagstöcken kontrollieren den nächtlichen Abbau der Marktstände. Kein Taxifahrer, kein Souvenirverkäufer, kein Reiseagent, der nicht sein Glück mit der Unbedarftheit der Touristen versucht. So wie uns die Relation zu Preisen verloren geht, verlieren die Menschen hier traditionelle Sitte und Anstand. Nicht alle, natürlich. Im Französischen Viertel fährt man Bentley und Porsche.

Hierher kommen viele der Trägerinnen, die mit zwei schweren Körben an einer Stange auf der Schulter balancierend das Stadtbild durcheinanderbringen und damit komplettieren.

Gehupt wird von Allen, zu jeder Zeit, in jeder Strasse. Pass auf, jetzt komme ich, und ich habe keine Zeit! Im Alten Viertel fahren auf einem Quadratmeter drei Motorroller in drei verschiedene Richtungen. Und genau dazwischen kann man schlafwandelnd die Straßen überqueren. Wenn man bei dem Gehupe und Geknatter schlafen könnte...

Abends am Hoan-Kiem-See sitzen die Pärchen und schmusen. Woher die bloß diese gediegene Romantik?

Das Bier in der Minibar ist alle und der Morgen naht unerbittlich. Frühstück mit Dumplings und Hühnersuppe oder Toast und Ei?

Montag, 23. November 2009

Laphroaig

Laphroaig, Laphroaig - "lafroaque" bestellen wir, obwohol auf der Flasche die Anweisung zur Aussprache "lafroyg" heisst...
Aus einem Betthupferl werden 10.
Musik ist ein Werk des Teufels sinniere ich bei den Klängen von Creedence Clearwater Revival. Habt Ihr Euch jemals den Spaß gemacht, Zeugen Jehovas den Teufel als Heilsbringer anzupreisen?
3 Jahre Single. Malt. Yippieh! Zeit ist genau das, was Dalí gemalt hat!

Sonntag, 7. Juni 2009

heute morgen...

Wie ein Klippenspringer, der die Klippe unterschätzt. Ein endloser Sturz in die Tiefe. Kopfüber mit dem Mut der Auswegslogigkeit. Das erfrischende Meer so dicht vor Augen...

Samstag, 6. Juni 2009

unreflected mournings

I am descending to the tombs of the Old Ones. Erasing memories, destroying worlds, uttering unspeakable words... May Left be Right and Up be Down! May Love be lost and the Lost be found! May all´ye come to burn my soul and may we all be spared to be part of the Whole! Sinister thinking - two out of three eyes twinking...

Montag, 25. Mai 2009

April, Mai...

Wer will da schreiben und denken, wenn die Sonne scheint...
Und doch: Wenn Mary H. mir mit Quantenpsychologie kommt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Studierte seinen Weg zur Spiegelung sucht.
Mein Buchtip: Robert Anton Wilson's "Quantum Psychology" How Brain Software Programs You & Your World

Dienstag, 24. März 2009

März...

Die Woche ist ziemlich kurz, wenn man von Donnerstags bis Sonntags ausgeht.
Der Montag wird mal eben zum Sonntag und dann hat die Woche nur noch 2 volle Tage.
Der Frühling stürmt und drängt und ist nur noch schwer mit Alkohol im Zaum zu halten.
Schmerzhaft löst die Zeit des Erwachens das Zeitalter der Betäubung ab.
Hoffnung versprechend, Gefahren verkündend - Zeit die losen Fäden aufzunehmen.
Grau ist die Projektionsfläche unserer Träume - es ist Zeit zu projizieren!

Donnerstag, 5. März 2009

...

LAUFEN!

Die urmenschliche Bewegungsform: aufrecht gehen.
Laufen als Ausdruck des evolutionären Aufstiegs.
Unabhängig und überlegen aller Technologie.
Dialog des Geistes mit dem Körper.
Und ein klasse Sauerstoff-High...

Montag, 23. Februar 2009

art... my ass!

Kunst ist der entschiedenene Versuch des Menschen, ohne Arbeit durchs Leben zu kommen...
Aber: nur der Akt der Schöpfung gibt Leben; ist Leben. Das Konservieren erhält nicht, sondern entzieht das Leben.
Nur gut, dass auch dem Akt der Betrachtung das Schöpferische durch die Interpretation innewohnt: wir machen uns ein Bild von etwas.

HINTER MIR IST NICHTS.
VOR MIR IST NICHTS.
IN MIR IST ALLES.

Samstag, 14. Februar 2009

Februar...

Februar! Sehnsucht nach Sonne!
Die Stadt tankt meine Energie für den Frühling.
Ich gebe bereitwillig...

Montag, 2. Februar 2009

...

aus Archiven...

Zart und duftend
wie ein Traum von längst verblühten Rosen
in ihrer ersten schönsten Pracht.
Sonnenbeschienene Haut, so warm und sanft.
Deine Nähe, geliehene Nähe nur
so nah, so echt und so vertraut
streichelst mich, schaust mich an, lehnst Dich an mich
- wie kann ich widerstehen?
Geborgte Zeit nur, geborgtes Leben,
geborgte Klarheit in all der Konfusion.
Deine Schönheit – Deine Grazie – unerreichbar
und doch in diesem flüchtigen Moment
in meinen Armen.
In meinen Armen...
Der Wind weht leicht, der Fluss fliesst träge
die Zeit steht still an diesem Ort
doch unerbittlich -
schreitet sie für alle anderen voran.
Nach dem Erwachen die bange Frage:
wenn Echtes wie ein Traum ist,
was ist dann ein Traum?

(2006)

Donnerstag, 29. Januar 2009

...

Programmierung...

Wenn ich programmiere, lebe ich in einer anderen Welt.
Meine 3 Monitore legen sich um mein Gesicht wie ein parasitäres Alien.
In meinem Gehirn schwirren scheinbar sinnlose Symbole - ich spreche diese Sprache nicht, aber die Maschine zwingt mich, sie zu benutzen. Ich bin ein Meister des Trial & Error Verfahrens. Ein Jäger der Logik. Die Zeichen stürzen auf mich ein in chaotischen Horden - bis ich sie endlich bezwinge und im Gleichschritt marschieren lasse...

Größenwahn inklusive.

Dienstag, 20. Januar 2009

zur Nacht...

Im Dunkeln geformt stehen Gedanken wie Säulen aus Licht.
Leuchtende Abbilder unserer geistigen Gestalt.
Reflektion und Projektion zugleich.

Behalte die Schönen, die Dir gefallen...

Sonntag, 18. Januar 2009

aus Archiven...

wie das wetter brichst du über mich herein
schüttelst mich wie ein sturm
bedrohst mich wie ein gewitter
lässt mich im hagel und im regen stehen
umwehst mich mit deinen kalten winden

klarst auf und strahlst mich an
streichelst mich mit deiner wärme
bringst mich zum schwitzen wie ein sommertag
wirst schwül und und verheissungsvoll
lässt wolken an mir vorüberziehen

bist mal die mittagssonne über mir
mal nur ein silberstreif am horizont
mal fernes dunkles grummeln
mal morgentau auf rosenblüten
mal ein unruhiger wind in der mitte der nacht

(2007)

Samstag, 17. Januar 2009

irgendwie gruselig...

myspace, facebook, xing, studiVZ, stayfriends... Irgendwie ist es ja schon gruselig bei den ganzen social networks seine Daten zu verbreiten, oder?
Sollte ich jemals wirklich in die Ungnade der Macht fallen, dann brauche ich schnellstens Bargeld und ne Gesichts-O.P. ... Das ist sowieso vielleicht ein guter Rat: immer irgendwo etwas Cash vor sich selbst verstecken. Ist genauso wie mit Notblättchen: die muss man da aufbewahren, wo man nicht als erstes sucht...

Freitag, 16. Januar 2009

...

aus Archiven...

Poem 01 (2004)

AUS GRAUEM SCHLEIM ERHEBT SICH
GEBIERT SICH
DAS MAKELLOSE EI
PERLT SCHMUTZ AB
STRAHLT IN REINEM WEISS

KAUM WAHRGENOMMEN
RÜTTELTS
EIN RISS, EIN SPALT
DAS KNÖSPLEIN
ZARTES GRÜN DER HOFFNUNG

(WEN WUNDERTS WENN EIN EI AUS SCHLEIM
SICH ERHEBEND, SICH GEBÄREND
EINER ZARTEN PFLANZE NÄHRGRUND GIBT
ZU WACHSEN IN DIE SONNE
DEM HIMMELSZELT ENTGEGENSTREBT)

DAS PFLÄNZLEIN RECKT UND STRECKT SICH
ZUFRIEDEN MÜDE SO KURZ NACH DEM AUFSTEHEN
ZAGHAFT ÖFFNET SICH DIE KNOSPE
ENTSPRINGEN ROSA BLÜTEN
SO SÜSS UND LIEBLICH DUFTEND

DIE BLÜTEN FANGEN SONNENLICHT
FRISCH UND STRAHLEND
DER GRAUE SCHLEIM ERSTARRT ZUR KRUSTE
BRICHT AUF, SCHON STAUBEND, STAUNEND
EIN SANFTER WIND SPIELT AUF

ach so, schon wieder halb zehn...

Soooo, Kaffee getrunken, Waffeln gegessen - und schon wieder müde... Meine Monitore gähnen mich an. Die Katze hat sich auch wieder hingelegt. Der Tag draussen verharrt in unentschlossenem Grau - mal wieder!

Ich frage mich, wie viele Menschen heute morgen in Berlin aufgeben, resignieren und das Wochenende für eröffnet erklären. Wie viele werden heute eine Reise buchen? Wie viele werden die Vorhänge zuziehen?

Winterschlaf wird nicht nur von Bären gehalten...

Donnerstag, 15. Januar 2009

aus Archiven...

eine kleine geschichte (paris, sommer 89)

Sie war eine kleine, bunte Schlange, und sie bewegte sich graziös auf dem Parkett des Ballsaales. Ihre Augen, so winzig sie waren, hatten das Grün der wunderbarsten Wälder. Ihr Tanz war der kleiner Wellen, die ein stiller See hervorbringt, wenn die ersten Tropfen eines Regenschauers fallen.
Viele Füße bewegten sich um sie herum, doch nur ein Paar konnte sich in Schönheit und Grazie mit Ihr messen. Es waren die Füße einer Ballerina und die Haut von feinstem Alabaster. Sie steckten in goldenen Sandalen bester Handarbeit.
Die kleine Schlange liebte sie. Sie wollte sie nicht verletzen. Sie wollte ihnen nur nahe sein.
Doch der Instinkt verleitet zu primitiven Reflexen, und als sich der wunderbarste aller Füße so plötzlich näherte, da war es schon geschehen.
Zwei kleine Quellen dunklen Blutes entsprangen, und schon nach wenigen Sekunden des Stillstandes begann der Fall. Etwas so schönes hatte die Schlange mit den Farben eines Regenbogens noch nie gesehen.
Langsam, sehr langsam, legten sich die langen, schlanken Beine auf den Boden; eine Hand, verzweifelt das schnelle Ende abzuwehren versuchend, stützte sich noch eben auf das Parkett. Nun lag sie da, offen, als bäte sie für etwas Leben.
Als die kleine Schlange diesen Gedanken beendete wurde es dunkel um sie. Den Schmerz, als ihr der Kopf vom Rumpf getrennt wurde, würde sie nie spüren.

sechse...

Grad war Mary H. da und meinte, ich soll mich mal entspannen. Mach ich denn mal...

Ein weiterer Tag fällt mir vom Herzen, aber morgen lauert schon. Ick freu ma!

gleich vier...

Wadenkrämpfe im Wasser sind ne tolle Sache, zumal man sich nirgends abstützen kann. Sieht bestimmt lustig aus, wenn man sich plötzlich steif macht und an der Bahnenabsperrleine langhangelt.
Was mich sehr wundert: immer noch bin ich der einzige mit einem wasserdichten MP3-Player auf dem Kopf. Trends setten kann manchmal Jahre dauern...
Das Heizen mit Kaminöfen war ursprünglich für ebenerdige Hütten gedacht. Für 32 Säcke Holz à 20kg braucht man zu zweit 45min in den 3,5ten Stock. Ob mir je für diese Weisheiten gedankt wird?

kurz vor zwölfe

Halb 12. Immerhin noch nicht 5 vor 12. Ausser bei mir. Mary H. hat schon wieder gefragt, ob ich zum Spielen rauskomme.
Stattdessen suche ich schnell noch ein paar Motivationen zusammen und gehe dann schwimmen. Ist bei dem Wetter wieder ne Überwindungsfrage. Duschen, anziehen, rausgehen, ausziehen, duschen, schwimmen, duschen, anziehen, rausgehen, reinkommen - und dann?
Schwerfällig erhebt sich das neue Jahr mit Rückenschmerzen - es sollte auch mal schwimmen gehen...

Gooooooood Morning Vietnam...

Halb 8. Luxusaufstehen für Workaholic-Bohemians. Die Twilight-Zone des Kommens oder Gehens ist vorbei. Holz auflegen gegen den sibirischen Feind. Lagerfeuerromantik im vierten Stock im Hinterhof.
Tip des Tages: Eiche ist schwer, brennt schwer und lässt sich nur mühsam in den vierten Stock bewegen. Buchen sollst Du suchen!
Während das dunkle Blau dem grauen Grau weicht, frage ich mich, was ich für diesen neuen Tag tun kann, denn für mich wird dieser Tag vermutlich nichts tun...

Berlin Swamp City

Wußtet Ihr, daß sich der Name Berlin vom slawischen "berl", also Sumpf ableitet? Wen wundert es da, wenn ich es in über 20 Jahren wilder Feierei noch immer nicht zum Tellerrand geschafft habe...
Der Winter ist nachts gelb in Berlin. Der Sumpf im nostalgischen Faulgaslichtambiente - ach - früher konnte man noch so schön die Laternen austreten...
Ein Joint ergibt den nächsten wie ein Wort das andere. Und Berlin fragt sich, was es ist und bekommt die Antwort aus Schwaben. So sind wir eben: jeder darf hier Berliner spielen, auch Obama...
Kleine Winter-Anekdote aus meiner Schulzeit: Der Bus steht noch mit offener Tür an der Haltestelle, als eine alte Frau, mühsam am gesamten Bus vorbeilaufend, versucht, noch einzusteigen. Vor ihrer Nase schließt der Fahrer die Tür, fährt los und spricht laut ins Mikro: "Na bin ick Jesus, oder wat?" Der ganze Bus lacht. Reinickendorf rules.